Heizungsanlagen

Holzpelletanlagen/Biomasse | Wärmepumpen | Brennwerttechnik Öl/Gas | Blockheizkraftwerke | Latentspeicher

Holzpelletanlagen/Biomasse


Funktionsweise

Die Heizanlagen im Keller funktionieren vollautomatisch: Mit einer Förderschnecke werden die Pellets je nach aktuellem Bedarf in die Brennschale der Heizanlage transportiert und dort automatisch entzündet. Der Hausherr muss sich um kaum etwas kümmern. Lediglich die anfallende Holzasche muss alle paar Wochen entleert werden. Sie eignet sich übrigens gut als Dünger für den Garten.


Vorteile

- Nachwachsender, ökologischer Rohstoff
- Beim Verbrennen wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum im Laufe
seines Lebens aufgenommen hat
- Pellets können aus einheimischen Hölzern hergestellt werden und ersparen
somit tausende Kilometer an Transport im Vergleich zu Öl oder Gas
- Wartungskosten ähnlich wie bei Öl/Gas
- Stabile und günstige Preise, da Pellets nicht aus anderen Ländern
importiert werden müssen
- Gute Kombinationsmöglichkeit mit anderen regenerativen Energiequellen


Nachteile

- Höhere Anschaffungskosten als bspw. bei Gas- oder Ölheizung
- Bestimmte bauliche Voraussetzungen notwenig (für Pelletlagerraum)


Wärmepumpen


Funktionsweise

Die Funktionsweise der Wärmepumpe ist im Prinzip identisch mit der eines altbekannten Alltagsgerätes: Dem Kühlschrank. Während der Kühlschrank allerdings seinem Innenraum die Wärme entzieht und nach draußen abgibt, entzieht die Wärmepumpe dem Außenbereich die Wärme und gibt sie als Heizenergie an das Haus ab. Die Funktion läuft also genau umgekehrt ab. Eine Wärmepumpe erzeugt aus rund 75 % kostenloser Umweltwärme und 25 % Antriebsenergie die Wärme, die man zum Heizen und zur Warmwasserbereitung benötigt. Sie kann aber auch sehr effektiv zum Kühlen eingesetzt werden. Als Wärmequelle nutzt sie Umweltwärme, die sie der Umgebungsluft oder dem Erdboden entzieht.

Vorteile

- Umweltfreundlichkeit durch Nutzung von größtenteils kostenloser
Umweltwärme (z.B. Erdwärme, Wasser, Luft, Erdreich-Kollektor)
- Sehr günstige Betriebs- und Verbrauchskosten
- Unabhängig von fossilen Energieträgern
- Unabhängig von Energieimporten und unkalkulierbaren
Preisschwankungen aus dem Ausland
- Kombinierfähigkeit mit anderen Energiequellen (z.B. Solarkollektoren)


Nachteile

- Installation ist abhängig von den örtlichen Gegebenheiten
- Externe Stromversorgung benötigt

Brennwerttechnik Öl/Gas


Funktionsweise

Bei der Verbrennung von Öl oder Gas entsteht Wärmeenergie durch die Aufspaltung von Kohlendioxid (CO²) und Wasser (H²O). Bei der konventionellen Heizwerttechnik wird lediglich die Wärmeenergie zur Erwärmung des Heizkessels verwendet. Die Brennwerttechnik erlaubt eine bessere Ausnutzung der Brennstoffenergie. Bei der Brennwerttechnik wird der Wasserdampf in flüssiges Kondensat umgewandelt. Bei dieser Umwandlung wird Wärme freigesetzt, die dem Heizsystem zusätzlich zugeführt wird.

Vorteile

- Hohe Wirkungsgrade bis zu 104 %
- Niedrigere Abgastemperaturen und geringe Wärmeverluste
- Energieeinsparungen
- Kein Schornstein, sondern nur noch Abgasleitung notwendig


Nachteile

- Verwendung von begrenzten, fossilen und nicht regenerativen
   Brennstoffen
- Schwankende, nicht prognostizierbare Preisentwicklungen (Tendenz
   mittelfristig stark ansteigend)
- Säurehaltiges Kondensat benötigt beständige Abfluss- und Abgasleitung
- Keine ausgewogene Energiebilanz
- Keine nachhaltige, zukunftsfähige Heizmethode
- Zusätzlich benötigt: Kondensatpumpe, Tankanlage (bei Öl), Leitungen
  (bei Gas)

Blockheizkraftwerke (BHKW)


Funktionsweise

In einem Blockheizkraftwerk werden sowohl Strom als auch Wärme produziert. Dieses Prinzip nennt sich Kraft-Wärme-Kopplung. In einem BHKW treibt ein Motor einen Generator an. Die komplette Einheit aus Motor und Generator ist in einem Block zusammengefasst und wird schallgedämmt. Der Generator produziert Strom. Bei der Umwandlung der Energie in Bewegung fällt auch Wärme an. Deshalb werden Wärmetauscher an das BHKW gekoppelt. Die Wärmetauscher nehmen die Wärme, die im Kühlwasser und dem Abgas enthalten ist, auf. Anschließend geben sie diese Wärme an Heiz- und Trinkwasser ab. Je nach Motor können flüssige oder feste oder gasförmige Brennstoffe eingesetzt werden. Verbreitet sind neben Diesel, Heizöl, Erdgas, Flüssiggas, Biogas auch Pflanzenöle oder Holzpellets sowie Methanol.

Vorteile

- Wirtschaftliche Rentabilität (Rendite von 6 bis 15%)
- Hoher Wirkungsgrad, ökologische Energieerzeugung
- Unabhängigkeit von Stromversorgern
- Staatliche Förderungen
- Keine Übertragungsverluste durch dezentrales System
- Überschüssiger Strom kann in das lokale Netz eingespeist    werden


Nachteile

- Hoher Anschaffungspreis (dafür spätere Kostenersparnis)
- Hohe Laufleistung erforderlich
- Abhängigkeit vom Rohstoff-Preis (Pellet, Öl, Gas, etc.)


Latentspeicher


Funktionsweise

Latentspeicher dienen dafür, die Spitzenzeiten von anfallenden Wärmemengen aus kleinen oder unregelmäßigen Energiequellen (z.B. Solarkollektoren) für den späteren Bedarf zu speichern.

Einsetzbar in:

- Solarenergieanlagen
- Öl-/Gasheizungen und, Holz-/Pelletsystemen
- BHKWs und Biogasanlagen
- Wärmepumpenanlagen
- Solarenergieanlagen
- Zukünftige Systeme: Stirlingmotoren und Brennstoffzellen
- Abwärmesystemen
- Gebäudekühlung
- Wärmetransport
- BHKWs und Biogasanlagen als „Pendelspeicher“
- „Warmstarts“ für: Lokomotiven und PKW
- Wärme-Kälte-Klimazellen (Abstrahlungsenergie)
- Klimatisierung von Elektro-Brennstoffzellenfahrzeugen


Vorteile

- Latentspeicher verdoppeln den Nutzen von Solaranlagen
- Optimale Nutzung von latenter und sensibler Wärme
- Deutliche Verringerung thermischer Verluste
- Erhebliche Reduzierung der Speicherstellfläche
- Variable Höhen
- Einfacher Transport und Aufbau


Nachteile

- Nicht einwandfrei kompatibel mit älteren Anlagen
- Geringe Wirtschaftlichkeit bei Einfamilienhäusern



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